Aufbau und Inhalt

NEPS-Studie „Schule, Ausbildung und Beruf“


Erhebungsdesign

Seit 2008 gibt es in Deutschland mit der NEPS-Studie eine einzigartige Langzeitstudie zum Thema Bildung, die auch international große Anerkennung findet. Bisher haben viele Bildungsstudien, darunter auch so prominente Studien wie PISA, lediglich Momentaufnahmen des Bildungswesens geliefert. Welche persönlichen Erfahrungen einzelne Personen nach der Schule machen und wie ihre weitere Bildungsbiografie verläuft, kann man auf diese Weise allerdings nicht erfassen. Die NEPS-Studie ermöglicht es zum ersten Mal, Bildung über die ganze Lebensspanne hinweg zu betrachten, da wir unsere Teilnehmenden immer wieder zu ihrer aktuellen Lebenssituation befragen. So gelingt es uns, die vielen Momentaufnahmen schließlich zu einer Bilderfolge zusammenzufügen und Veränderungen über die Zeit hinweg zu erkennen. Damit ist es auch möglich, bestimmte Ereignisse – wie beispielsweise den Wechsel einer Ausbildungsstelle oder den erfolgreichen Einstieg ins Berufsleben – genauer zu analysieren und zu erforschen, welche Konsequenzen mit ihnen verbunden sind. Zusammenfassend kann man sagen, dass die NEPS-Studie entscheidend dazu beiträgt, das Bildungsangebot langfristig für alle Altersgruppen zu verbessern.


Vorgehensweise und Inhalte

Die NEPS-Studie „Schule, Ausbildung und Beruf“ zeichnet sich nicht nur dadurch aus, dass wir dieselben Personen mehrmals befragen, sondern auch dadurch, dass unterschiedliche Befragungsmethoden zum Einsatz kommen.

Zu Beginn befragten wir an diversen Schulen etwa 22.500 Schülerinnen und Schüler der fünften und neunten Klasse. Wir besuchten die Schülerinnen und Schüler in jährlichem Abstand und baten sie darum, uns verschiedene Fragen zu ihrem Schulalltag und ihren Zielen nach dem Schulabschluss auf Papierfragebögen zu beantworten.

Bei den Schülerinnen und Schülern, die die Schule verließen, um eine Berufsausbildung zu beginnen oder ein Studium aufzunehmen, wurden die Befragungen in regelmäßigen Abständen telefonisch und online durchgeführt. Wir interessierten uns besonders für die Erfahrungen der jungen Erwachsenen bei der Ausbildungs- oder der Studienplatzsuche: Welche Faktoren spielen eine Rolle bei ihrer Entscheidung für einen bestimmten Ausbildungsberuf oder einen bestimmten Studiengang? Wer unterstützt sie bei der Suche nach einem geeigneten Platz? Außerdem befragten wir sie, wie zufrieden sie mit ihrer berufsvorbereitenden Maßnahme, ihrer Berufsausbildung oder ihrem Studium sind. Stand der Eintritt in den Arbeitsmarkt an, interessierten uns auch hier die persönlichen Erfahrungen der Befragten: Wie erleben sie den Übergang in den Arbeitsmarkt? Wie erleben sie die ersten Jahre des Erwerbslebens? Wie entwickelt sich ihr beruflicher Werdegang über die Jahre hinweg? Schließlich gab es noch Fragen zum Privatleben, zu ihrer Freizeit, dazu, ob sie eine Partnerin oder einen Partner haben, ob sie noch bei den Eltern wohnen und zu vielen weiteren interessanten Themen.

Sowohl in der Schule als auch im Beruf erwerben Menschen unterschiedliche Fähigkeiten und Fertigkeiten, die ihnen dabei helfen, sich in den verschiedensten Bereichen des alltäglichen Lebens zurechtzufinden und auch außergewöhnliche Situationen zu meistern. Um diese Fähigkeiten über einen längeren Zeitraum beobachten zu können, werden in regelmäßigen Abständen ergänzend zu den Befragungen spezielle Erhebungen durchgeführt, in denen wir die Befragten bitten, Aufgabenhefte aus den Bereichen Lesen, Mathe, Computerwissen und Naturwissenschaften zu bearbeiten.

 

So geht die NEPS-Studie dieses Jahr weiter

In diesem Jahr besteht die Befragung aus drei Teilen: Der Schwerpunkt liegt auf Fähigkeiten und Kenntnissen, die man sowohl im beruflichen als auch im privaten Alltag benötigt. Als Erstes bitten wir Sie, einige abwechslungsreiche Aufgaben aus den Bereichen Mathematik und Lesen zu bearbeiten. Im zweiten Teil möchten wir mehr über Ihre aktuelle Situation seit dem letzten Interview erfahren. Außerdem möchten wir Sie zu den Themen Erwerbstätigkeit, Familie, Weiterbildung, Gesundheit und sozialen wie auch politischen Einstellungen befragen. Als Letztes erfolgt eine Online-Befragung, bei der die Themen Arbeitsanforderungen, Selbstwahrnehmung und Leseverhalten behandelt werden.

 

Erst all diese Informationen zusammen ergeben ein vollständiges Bild, das es ermöglicht, Bildungsverläufe und Kompetenzentwicklung zu verstehen.